Meine Story

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Hi, ich bin Mathis. Ich bin 30 Jahre alt und komme gebürtig aus Hamm. Ich habe nach drei Jahren meinen Bürojob geschmissen und fahre nun mit dem Fahrrad einmal um die Welt. Dabei möchte ich gleichzeitig ein paar Spenden einsammeln, um meine nächsten Wasserprojekte zu finanzieren. Und so kam es zu der ganzen Aktion…

Ehrenamtliches Arbeiten war schon immer eine Leidenschaft von mir. So habe ich zum Beispiel bei der Dortmunder Tafel als Fahrer ausgeholfen oder in Soweto (Südafrika) Sportevents organisiert, um einen gesunden Lebensstil zu bewerben. Außerdem war ich zusammen mit meiner Schwester in die Gründung und Finanzierung einer Farmschule in Tanzania involviert. Aber nichts hat meine Gedanken so nachhaltig geprägt wie die anhaltende Wasserkrise. Aber lasst mich euch erstmal kurz erklären, was in meinem Kopf und Herz vor sich geht.

Seit meiner Studienzeit in Johannesburg 2013/14 ist der afrikanische Kontinent zu einer zweiten Heimat von mir geworden. Ich habe viele Länder südlich der Sahara bereist (z.B. Botswana, Mosambik, Swasiland, Simbabwe, Uganda, Ghana, Kamerun) und habe immer wieder mit Freude festgestellt, wie wertvoll die Ressourcen des Kontinents sind, insbesondere was das Potenzial der Bevölkerung angeht. Die kommenden Generationen in West-, Süd-, Zentral- und Ostafrika sind getrieben von einer Mischung aus Unternehmertum, Kreativität und Selbstbewusstsein. Insbesondere in den großen Metropolen entfaltet sich diese Kraft zu spannenden Szenevierteln, sozialem Verantwortungsbewusstsein und einer sehr angenehmen Sicht auf das Leben.

Nichtsdestotrotz kann man von diesen Generationen nicht erwarten, dass sie ihren ganzen Kontinent umkrempeln und flächendeckend in die Moderne katapultieren – insbesondere nicht unter den aktuellen Umständen. Zum Teil aufgezwungene oder ungerecht verhandelte Freihandelsabkommen (so etwa mit der EU) und der damit einhergehende Wettbewerbsdruck geben neu gegründeten Unternehmen keine faire Chance auf Wachstum. Dabei muss man im Hinterkopf haben, dass gerade die westlichen Industrienationen erst so stark anwachsen konnten indem sie sich selbst protektionistisch verhalten haben. Zudem gibt es noch einige koloniale Relikte wie beispielsweise Währungen, die weiterhin aus dem Ausland kontrolliert werden, obwohl dies seit Jahrzehnten den Weg zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit versperrt. Heutzutage ist es schwierig bis unmöglich geworden, den Überblick zu behalten und eine Wirkung einer klaren Ursache zuzuordnen.

In diesem Kontext habe ich angefangen, mich für Wasserprojekte zu engagieren. Gerade die ländlichen Regionen in vielen afrikanischen Ländern leiden unter dieser Situation. Damit gehen unzureichende Infrastruktur, extreme Wetterbedingungen und ‘glokale’ Kämpfe um Macht und Ressourcen einher. Aber Wasser ist ein Grundnahrungsmittel, zu dem jeder Zugang haben muss. Wasser bedeutet Leben. Und wenn man auf eine Dorfgemeinschaft trifft, die keinen Zugang zu Wasser hat, sind die Handlung und die entsprechende Wirkung eindeutig: Spenden sammeln, lokale Unternehmen beauftragen, einen Brunnen bauen. Manchmal kann es so einfach sein.

Ich bin nur einer von vielen, die sich mit unterschiedlichsten Arten von Wasserinitiativen beschäftigen. Wir werden die Welt nicht ändern, aber wir können Unterstützung geben sodass die Menschen vor Ort eine Chance haben, ihr Leben so zu leben wie sie es möchten. Erst wenn die Grundbedürfnisse gewährleistet sind, können Menschen wachsen und aufblühen.

Vielen Dank fürs Lesen.

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Juni 2018 in Mbah, Kamerun

Du möchtest mit mir in Kontakt treten? Schreibe mir gerne eine Email an cyclingmathis@posteo.net!